Die Einbindung junger Menschen in kommunale Entscheidungsprozesse stellt einen wesentlichen Bestandteil demokratischer Strukturen dar. Jugendlichen steht ein gesetzlich verankertes Beteiligungsrecht zu, das unter anderem durch die Gemeindeordnung geregelt ist. Kommunen in Baden-Württemberg sind verpflichtet, Kinder und Jugendliche bei Maßnahmen, die ihre Interessen betreffen, angemessen einzubeziehen. Die Beteiligungsverfahren müssen altersgerecht gestaltet werden mit dem Ziel, Mitbestimmung im unmittelbaren Lebensumfeld der jungen Generation zu ermöglichen.
Hierfür stehen verschiedene etablierte Beteiligungsformate zur Verfügung, wie Jugendwerkstätten, Schülerräte, Jugendparlamente, Jugendbeiräte oder Jugendkonferenzen. Die Jugendlichen in Wernau haben sich für das partizipative Format der Jugendwerkstatt entschieden, das ihnen die aktive Mitgestaltung ihres Umfeldes, die Entwicklung eigener Ideen und das Erlernen demokratischer Prozesse durch Mitbestimmung ermöglicht. Die Jugendwerkstatt ist eine direkte Form der Beteiligung und dient insbesondere der Lösungsentwicklung bei Projekten.
Die Jugendlichen agieren dabei eigenständig und vertreten ihre Belange selbstständig, ohne unmittelbare Einflussnahme von Erwachsenen. Ein Beispiel für die praktische Umsetzung ist das erste gemeinsame Projekt Freibadfest, das von den Jugendlichen 2026 umgesetzt werden soll.
Die Stadtverwaltung plant, die Durchführung von Jugendwerkstätten regelmäßig zu etablieren. Damit erhalten die Jugendlichen die Gelegenheit, gemeinsam mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung, des Jugendhauses Kiwi und weiteren Akteuren an konkreten Themen und Projekten zu arbeiten. Die Themen können sowohl durch die Jugendlichen als auch durch die Verwaltung oder das Jugendhaus Kiwi initiiert werden.
Ergänzend zu den Projektwerkstätten sollen künftig zusammen mit dem Jugendhaus Kiwi bis zu vier jährliche Treffen zu kommunalpolitischen Themen stattfinden. Dieser Impuls ging von den Jugendlichen aus, und dem Wunsch nach Information, Diskussion und Austausch.. Ein erster Austausch mit Mitgliedern des Gemeinderates und aktuell engagierten Jugendlichen fand am 26. Februar im Jugendhaus Kiwi statt.
Ihr erstes Projekt haben Anna Bäuerle und Leo Siogkas, stellvertretend für alle beteiligten Jugendlichen, im Gemeinderat vorgestellt. Wir freuen uns, dass so viele Jugendliche die Herausforderung, sich kommunalpolitisch zu beteiligen, angenommen haben. Wir wünschen uns und Ihnen Durchhaltevermögen und gutes Gelingen für das erste Projekt. Darüber hinaus unterstützen wir als SPD-Gemeinderatsfraktion jede konzeptionelle Weiterentwicklung der Jugendbeteiligung, um diese auch langfristig zu verstetigen.