SPD Wernau

Pflegeversorgung in Wernau langfristig sichern

Veröffentlicht am 08.08.2025 in Gemeinderatsfraktion

Im Pflegeheim St. Lukas hätte die Heimmindestbauverordnung des Landes Baden-Württemberg schon seit fünf Jahren umgesetzt werden müssen. Das Heim St. Lukas soll aber nicht umgebaut werden, sondern die Kepplerstiftung, der Betriebsträger von St. Lukas, will auf jeden Fall neu bauen. Für den Neubau ist ein Gelände auf dem Gebiet „Adlerstraße Ost“ vorgesehen. Für dieses neu zu bauende Pflegeheim hat die Kepplerstiftung nur 60 Plätze vorgesehen, obwohl in St. Lukas bereits jetzt ca. 90 Bewohner*innen untergebracht sind. Angesichts einer alternden Gesellschaft und steigender Zahlen pflegebedürftiger Menschen sind 60 Plätze für Wernau deutlich zu wenig!
Um die finanziellen Mittel für den Neubau aufbringen zu können, will die Kepplerstiftung erst dann mit dem Bauen beginnen, wenn das bestehende Gebäude St. Lukas samt Grundstück verkauft wurde. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Nutzung des Geländes als Pflegeheim festgeschrieben ist. Das erschwert selbstredend den Verkauf des Geländes enorm. Genau genommen wäre ein Verkauf ausschließlich an einen Mitbewerber der Kepplerstiftung denkbar, was diese natürlich nicht wünscht.

Das Gebäude St. Lukas ist kaufmännisch erst 2034 abgeschrieben. Bis dahin verzeichnet die Kepplerstiftung einen jährlichen Buchaufwand, in dem St. Lukas nicht mehr genutzt wird, von  geschätzten 200.000 Euro. Deswegen ist für die Kepplerstiftung Zeitgewinn gleich Geldgewinn. Um diese rein kaufmännische Sichtweise zu verschleiern, passt das Motto der Kepplerstiftung - „erst Altes verkaufen, dann Neues bauen“ gut in die Verzögerungstaktik. Irgendwann wird die Kepplerstiftung der Stadt die Pistole auf die Brust setzen und offiziell mitteilen, dass das Gelände St. Lukas nur veräußert werden könne, wenn die Stadt die Nutzung des Geländes auf Wohngebäude umwidmet. Damit hätte die Kepplerstiftung viel Zeit und eine Menge Geld gewonnen. Und wir als Stadtgesellschaft, die tatsächlich zusätzliche Bedarfe in Menge und Vielfalt des Angebots im Bereich Pflege sieht, schauen gelackmeiert in die Röhre. Das wollen wir verhindern.
Deshalb haben wir darauf gedrängt, dass die Stadt das Gebäude und Gelände St. Lukas mithilfe eines Landesfonds übergangsweise erwirbt. Die Kepplerstiftung hätte dann unverzüglich mit der Detailplanung und dem Bauen auf dem Katzenstein beginnen können. Wir hätten innerhalb dieser Zeitspanne in St. Lukas unter der Regie eines anderen Anbieters für Pflegeleistungen ein fortschrittliches Konzept erarbeiten und die sich abzeichnende Bedarfslücke an stationärer Pflege schließen können. 
Leider ist diesem Ansatz die Mehrheit des Gemeinderats nicht gefolgt. Wir bedauern dies sehr.

Für die SPD-Fraktion:
Petra Binz
Horst Nannt
Prof. Dr. Arnold Pracht

Für den SPD-Ortsverein:
Henrik Burda