SPD Wernau

Sporthalle Katzenstein: Bedarf vorhanden, Finanzierung offen

Veröffentlicht am 06.11.2026 in Gemeinderatsfraktion

Ausgangslage: Bedarf trifft auf knappe Kassen.
Wernau braucht zusätzliche Sportflächen – das hat die Sportentwicklungsplanung ergeben. Die Stadt beauftragte deshalb das Stuttgarter Büro SpOrt concept mit einer Machbarkeitsstudie für eine neue Sporthalle. Untersucht wurden eine Zweifeldhalle, eine „Zweifeldhalle Plus“, eine Dreifeldhalle und eine reine Gerätturnhalle. Einer Arbeitsgruppe hatte den Auftrag, den Bedarf zu prüfen und Möglichkeiten zur Optimierung der Planung zu erarbeiten.

Ergebnis der Arbeitsgruppe: kleiner planen, Kosten senken.
Die Arbeitsgruppe sprach sich für den Standort Katzenstein und die Weiterplanung der Variante „Zweifeldhalle Plus“ aus. Doch die erwarteten Kosten von rund 10,5 Millionen Euro waren nicht finanzierbar. SpOrt concept erhielt daraufhin den Auftrag, eine reine Gerätturnhalle zu konzipieren – mit einem Kostenrahmen von fünf Millionen Euro.

Ergebnis: Keine Variante hält den Kostenrahmen ein.
Das in enger Abstimmung mit der Verwaltung und dem TSV Wernau erarbeitete Konzept zeigt: Auch eine reine Gerätturnhalle lässt sich mit fünf Millionen Euro nicht realisieren. Keine der Varianten bleibt innerhalb dieses Rahmens. Die Finanzierung ist weiterhin offen. Fördermittel und Sponsoringbeiträge stehen noch nicht fest; einen städtischen Zuschuss könnte Wernau nur über Kredite finanzieren. Aus turnerischer Sicht ist der notwendige Mindeststandard eine Halle mit feststehenden Geräten und einer zusätzlichen Bewegungslandschaft. Schon in der einfachsten Ausführung kostet diese Variante rund sieben Millionen Euro. Ihr Nutzen bleibt begrenzt: Sie steht ausschließlich der Turnabteilung zur Verfügung und eignet sich weder für Ballsportarten noch für den schulischen Sportunterricht.

Fazit: Machbar heißt nicht finanzierbar.
Eine reduzierte Gerätturnhalle am Standort Katzenstein ist grundsätzlich möglich. Die entscheidende Hürde bleibt jedoch ihre Finanzierung. Bereits die anstehenden Sanierungen der Kitas schöpfen die liquiden Mittel der Stadt und die noch verfügbaren LuKIFG-Mittel vollständig aus. Ein städtischer Zuschuss für eine Halle mit feststehenden Geräten müsste deshalb über Kredite finanziert werden. Würden alle derzeit diskutierten Projekte umgesetzt, wären so hohe Kreditaufnahmen nötig, dass dies aus heutiger Sicht mit einem genehmigungsfähigen Haushalt nicht vereinbar wäre.

Der Gemeinderat muss deshalb in den Haushaltsberatungen für 2027 klare Prioritäten setzen. Nicht alle Projekte lassen sich gleichzeitig finanzieren.

Unsere Position ist klar:
Kindergärten und die Umsetzung des Campus Katzenstein (Ganztagesschule) haben Vorrang vor einer Gerätehalle für die Turnabteilung.
Wenn auf dem vorhandenen Areal Katzenstein eine Sporthalle gebaut wird, dann eine, die allen Sportarten und vor allem der Schule offensteht. Doch diese Lösung hat ihren Preis: 11,6 Millionen Euro und ist aus unserer Sicht derzeit nicht zu realisieren.