Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage ist es derzeit schwierig, risikoreduziert Investitionsentscheidungen seitens des Gemeinderats treffen zu können. Dazu muss man anmerken, dass es unabdingbar ist, sogenannten „Pflichtaufgaben“ oberste Priorität einzuräumen. Was eine Pflichtaufgabe ist, entscheidet nicht der Wernauer Gemeinderat, sondern die Gemeindeordnung Baden-Württemberg. An diese müssen wir uns halten. Eine solche Pflichtaufgabe besteht in Wernau darin, die Voraussetzungen zu schaffen, um die Ganztagsschule, auf die ab Sommer 2026 ein Rechtsanspruch für die Eltern besteht, realisieren zu können. Weiterhin besteht eine Pflichtaufgabe darin, die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, um genügend Kindertagesstättenplätze vorzuhalten.
Erst als zweite Priorität folgen die Freiwilligkeitsleistungen einer Stadt. Diese können nur umgesetzt werden, wenn es die Haushaltslage zulässt. In Wernau könnten das eine Sporthalle und ein neues Jugendhaus sein. Das Jugendhaus, darüber gab es schon vor über einem Jahrzehnt Konsens, sollte unbedingt errichtet werden. Doch aktuell scheint sich im Gemeinderat alles nur noch um das Thema Sporthalle zu drehen. Diese kostet bis Fertigstellung voraussichtlich 13 Mio. Euro (die wir nicht haben). Weil es offensichtlich nicht schnell genug geht, muss es eben ein Kompromiss mit einer kleinen Halle, versehen mit fest installieren Turngeräten sein. Dies wäre primär auf den Bedarf einer Abteilung eines Sportvereins in Wernau zugeschnitten. Eine Lösung, die eigentlich schon vor geraumer Zeit als suboptimal eingestuft wurde.

