
Jedes Kind zwischen 1 und 6 Jahren hat einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die Städte und Gemeinden haben die Aufgabe, die dafür notwendigen Kindergartenplätze bereitzustellen. In welchem zeitlichen Umfang diese Plätze angeboten werden müssen, ist im Gesetz nicht eindeutig geregelt. Den Grundbedarf legt die Kommune selbst fest. Grundsätzlich gilt jedoch, dass sich die Betreuung am Bedarf orientiert hat. Das heißt: Arbeiten beide Elternteile in Vollzeit, muss die Kommune die ganztägige Betreuung im Umfang von bis zu 45 Stunden ermöglichen. Sind die Eltern in Teilzeit tätig, muss die Betreuung für mindestens 20 Stunden pro Woche gewährleistet werden. Als Steuerungsinstrument dient den Kommunen die örtliche Kindergartenbedarfsplanung.
In Wernau steigen die Kosten im Bereich der Kinderbetreuung seit Jahren stetig an. Für 2024 rechnet die Stadt mit einem Betrag von rund 5,41 Mio. €.
Fehlende Fachkräfte und der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen stellen Kommunen, Träger und Eltern vor extreme Herausforderungen. Das erfordert manchmal kreative Lösungswege und ein besonderes Maß an Kompromissbereitschaft auf allen Seiten.
Aktuelle Betreuungssituation
Der Betreuungsbedarf in Wernau wird durch 11 Kindergärten und das Angebot der Tageseltern abgedeckt. Aufgrund Personalmangels können derzeit 20 Krippenplätze nicht belegt werden und der Mangel an Erzieher*innen manifestiert sich in allen Einrichtungen in eingeschränkten Öffnungszeiten.
Stand Juni 2024 leben 485 Kinder von 0 - 6 Jahren in Wernau. Für U3 werden 77 Plätze angeboten. Allen Kindern konnte ein Krippenplatz zugewiesen werden, wenn auch nicht immer im gewünschten Betreuungsumfang. Für Ü3 stehen 455 Plätze zur Verfügung, von denen 445 Plätze belegt sind.
2025 haben lt. Hochrechnung 491 Kinder und 2026 werden 485 Kinder einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben.
Handlungsbedarf
Auch wenn aktuell also ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, besteht für die kommenden Jahre Handlungsbedarf. Allein im Wohngebiet Adlerstraße Ost III werden voraussichtlich 336 Wohneinheiten entstehen, was bedeutet, dass in der Planung ca. 50 zusätzliche Kita-Kinder berücksichtigt werden müssen.
An einem Ausbau und Neubau des Kindergartenangebots führt kein Weg vorbei und rangiert auf der Prioritätenliste der Investitionen aus unserer Sicht ganz oben.
Der allererste Schritt ist jedoch, dass die bereits vorhandenen Platzkapazitäten voll genutzt werden können. Verschiedene Maßnahmen wurden bereits ergriffen, um auf die prekäre Personalsituation zu reagieren. So kann zum Beispiel eine Fachkraft durch zwei Zusatzkräfte ersetzt werden. In den Einrichtungen wird endlich auch mehr auf Ausbildung gesetzt. Es gibt Anstrengungen zur Unterstützung der Fachkräfte durch zusätzliches Aushilfspersonal bis hin zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte und es kann von der Höchstgruppenstärke abgewichen werden.
Wir als SPD-Fraktion können nur unterstützen, dass diese Möglichkeiten von den Kitaträgern offensiv genutzt werden.