SPD Wernau

Kinderbetreuung: Umverteilung von unten nach oben, von arm zu reich

Veröffentlicht am 30.05.2024 in Gemeinderatsfraktion

Montessori würde vor Freude Luftsprünge vollziehen!! Begreifend, wortwörtlich gemeint, sowie selbstgesteuert in und von der Natur lernen. Das ist der Naturkindergarten! Und von außen sieht es so preisgünstig aus: „Ein Bauwagen“. Das ist der Prototyp. Einen solchen Prototypen haben wir bereits. Ein zweiter sollte hinzukommen. Aber, eine Illusion fällt den hohen Kosten schon zum Opfer: Die Umbaukosten eines Bauwagens wären derart hoch, dass man beim Standort Kranzhalden auf eine Räumlichkeit auf Basis einer Holzkonstruktion zurückgreifen muss.  Apropos hohe Kosten: Die laufenden Kosten, also alle Sach- und Personalkosten liegen beim Naturkindergarten in etwa um 150% über denen des „Normalkindergartens“. Haben dann die Eltern etwas davon, die beispielsweise darauf angewiesen sind, dass ihre Kinder ganztags betreut werden? Die Antwort lautet: „Nein“. Der Naturkindergarten hat eine tägliche Öffnungszeit von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr.

Die hohen Kosten werden in der Konsequenz zum großen Teil auf die abgeschoben, die eine Ganztagsbetreuung unbedingt brauchen, denn die Preise pro Kind unterscheiden sich nicht zwischen denen, die auf Kinderbetreuung existenziell angewiesen sind, und solchen, die die First-Class-Pädagogik eines Naturkindergartens genießen dürfen. Da aber die Kosten aufsummiert letztlich die Preise der Betreuung bestimmen, kommt es hier in der Praxis zu einer klassischen Umverteilung von unten nach oben, also von arm zu reich. Wir als SPD-Fraktion können uns damit nicht abfinden.