Im vergangenen Jahr stellte der TSV Wernau einen Antrag auf Förderung eines Kunstrasenplatzes auf dem Kehlenberg in Höhe von rund 60.000 Euro. Die SPD-Fraktion sprach sich gegen diesen Antrag aus, fand damit jedoch keine Mehrheit. Dafür wurde uns vorgeworfen, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend zu berücksichtigen. Genau diese Bedürfnisse der Kinder spielten bereits bei den Überlegungen zum Sportentwicklungsplan eine wichtige Rolle. Auftraggeber war die Sportjugend von heute. Aus der anfänglichen Euphorie und konstruktiven Entwicklung neuer Ideen wurde sehr zu unserem Bedauern ein Hauen und Stechen. Die geplanten Synergien zur Verbesserung der Trainingsbedingungen und Entlastung der kommunalen Kasse sind gescheitert. Unüberbrückbare Differenzen.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass nun auch der WSF eine Sonderförderung für einen geplanten Kunstrasenplatz beantragt, in gleicher Höhe wie der TSV. Schließlich gilt gleiches Recht für alle.
Unabhängig von der juristischen Frage der Gleichbehandlung stellt sich auch die politische und moralische Abwägung. Für uns entsteht daraus ein Dilemma: Wir haben bereits den Sonderzuschuss für den TSV abgelehnt und sehen deshalb auch diesen weiteren Zuschuss in vergleichbarer Höhe kritisch. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die angespannte Finanzlage der Stadt. Wir sind der Meinung, man sollte im Rat fraktionsübergreifend Wernau im Blick haben. Dies sollte auch dann gelten, wenn man als Gemeinderat selbst Mitglied in einem Verein ist.
Bereits im Verfahren zum Zuschussantrag des TSV wurde seitens der Verwaltung aufgrund der angespannten Haushaltslage keine Zuschussgewährung empfohlen. Der dennoch beschlossene Zuschuss beruhte auf einer Einzelfallentscheidung des Gemeinderats. (10 zu 9 durch die Stimmen der JB, WBL und der Grünen)
Die Entscheidung über den Antrag des WSF wurde vertagt, da ein Beschluss des Württembergischen Fußballverbandes zur Förderfähigkeit des Projekts noch aussteht. Erst nach Vorliegen dieser Entscheidung wird der Gemeinderat abschließend über den Antrag beraten.
Wir können nur hoffen, dass die mühsam erarbeiteten Vereinbarungen zur Ausgabendisziplin im Zuge der Lobbyarbeit nicht völlig vergessen werden.