Nichts ist selbstverständlich

Veröffentlicht am 18.12.2020 in Gemeinderatsfraktion

Ein Jahr mit ganz neuen Herausforderungen neigt sich dem Ende zu. Die ganze Gesellschaft wurde mit neuen Fragen und Aufgaben konfrontiert. Verzicht und Verlust haben an Bedeutung gewonnen, wie wir das in den letzten Jahrzehnten in diesem Ausmaß noch nicht erleben mussten. Fast paradox wirkt da die andere Seite der Medaille, nämlich die Erkenntnis dessen, was uns persönlich etwas bedeutet, was uns wirklich wertvoll ist und das im Schatten der gewachsenen Selbstverständlichkeit meist unsichtbar bleibt. Dieses Wertvolle wurde in allen denkbaren Bereichen mit fast unglaublicher Kreativität am Leben erhalten, trotz Einschränkungen und Belastungen. Neue Möglichkeiten sind entstanden und weisen in die Zukunft. Eine Aufzählung an dieser Stelle könnte nur lückenhaft sein und würde ihrer jeweiligen Bedeutung nicht gerecht. Es sei jeder und jedem selbst überlassen.

Was aus dem Schatten der Selbstverständlichkeit immer deutlicher ans Licht gekommen ist, ist die Bedeutung und Verletzlichkeit unserer Demokratie. Es gibt Kräfte in unserem Land, die bewusst die große Freiheit als entscheidendes Merkmal der Demokratie in Anspruch nehmen, um gerade diese selbst zu zerstören. Verblendete Nachläufer unterstützen sie beim Versuch ihre z.T. abstrusen und radikalen Ideologien durchzusetzen.

Hier ist viel kreative Überzeugungsarbeit, offener Diskurs und u.U. entschlossenes Handeln nötig, um diese Gefahr abzuwehren. Wir als Politiker müssen versuchen, den Followern, für alle unsere demokratisch gefällten Entscheidungen klar zu machen, dass wir das Wohl von einer möglichst großen Mehrheit unseres Volkes oder auch der Einwohner unserer Stadt im Auge haben.

Was Wohl bedeutet, ist ja sehr individuell. Deshalb ist es nicht leicht, allen zu ihrem Wohl zu verhelfen, zumal das Abrücken von der eigenen Meinung, ohne Wissen um fundierte Fakten schwerfällt. Den Diskurs müssen auch wir vermehrt aushalten.

Demokratie ist für uns ein sehr hohes Gut, mit dem wir in unserem Land, seit der Einführung gut gefahren sind. Der Blick zurück in die Geschichte würde so manchem, in der Selbstverständlichkeit lebenden, vielleicht die Augen öffnen. Wir als SPD stehen hinter der parlamentarischen Demokratie, d.h. dass die gewählten Volksvertreter sich während einer Legislaturperiode intensiv mit den anliegenden Themen auseinandersetzen und zu einer mehrheitlich tragfähigen Entscheidung kommen. Die mag nicht jedem Bürger aus seinem Blickwinkel gefallen. Das ist normal, denn jede Entscheidung ist eine für etwas und gleichzeitig eine gegen etwas.

Mit Corona im Rücken versuchen wir zuversichtlich in das Neue Jahr zu gehen und so auch gute Lösungen für noch offene Baustellen zu finden.

Zuversicht wünschen wir auch allen unseren Bürgerinnen und Bürgern für das Neue Jahr, Freiheit und Frieden und eine, wenn auch erzwungen ruhige aber schöne Weihnachtszeit.

Wolfgang Sieler, Petra Binz, Horst Nannt

 

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