
Ausgangslage
Die Stadt Wernau steht weiterhin vor einer wichtigen Aufgabe: Sie muss ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen und für Menschen ohne Wohnung bereitstellen. Derzeit gibt es keine freien Kapazitäten. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass auch im Jahr 2027 weitere Personen zugewiesen werden.
Vorausschauend handeln
Damit Wernau auch künftig handlungsfähig bleibt, unterstützen wir den Vorschlag der Verwaltung. Dazu gehören die langfristige Anmietung der Pension 21 sowie des neu entstehenden Gebäudes in der Kirchheimer Straße 168. Auch wenn dadurch vorübergehend mehr Plätze vorhanden sein könnten, als unmittelbar benötigt werden, halten wir diesen Schritt für richtig und vorausschauend.
Die Erfahrung zeigt: Viele Menschen bleiben länger in kommunalen Unterkünften, weil geeigneter Wohnraum knapp ist. Gleichzeitig bestehen die Ursachen für Flucht und Wohnungsnot fort. Deshalb braucht die Stadt ausreichenden Spielraum, um flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können, statt später unter Zeitdruck handeln zu müssen.
Friedrichstraße und Quartiersentwicklung
Auch die Neuordnung im Bereich Friedrichstraße ist aus unserer Sicht dringend notwendig. Dort geht es nicht nur um Gebäude, sondern auch um das Wohnumfeld, das Quartier und ein gutes Miteinander. Eine tragfähige Lösung braucht ausreichend Zeit und Gestaltungsspielraum.
Warum Container keine überzeugende Lösung sind
Eine Containerlösung sehen wir, ebenso wie die Verwaltung, kritisch. Sie wäre mit rund 2,3 Millionen Euro für nur zwei Jahre sehr teuer, wenig nachhaltig und städtebaulich keine überzeugende Antwort auf die Herausforderung.
Wirtschaftliche Bewertung
Auch wirtschaftlich ist die vorgeschlagene Anmietung nachvollziehbar. Sie ist günstiger und flexibler als eigene Neubauten. Hohe Anfangsinvestitionen werden vermieden, was angesichts der angespannten Haushaltslage besonders wichtig ist. Gleichzeitig werden liquide Mittel geschont; langfristige Abschreibungen und dauerhafte Gebäudeunterhaltskosten fallen nicht bei der Stadt an.
Unser Ziel
Für uns steht im Mittelpunkt, dass Wernau verlässlich, menschlich und finanziell verantwortungsvoll handelt. Die vorgeschlagene Lösung gibt der Stadt die notwendige Flexibilität, schafft Planungssicherheit und vermeidet zugleich größere finanzielle Risiken.
Deshalb haben wir den Beschlussvorschlag der Verwaltung unterstützt. Er wäre ein wichtiger Schritt gewesen, um die Unterbringung in Wernau auch in den kommenden Jahren geordnet, verantwortungsvoll und mit Blick auf die Menschen vor Ort zu sichern.
Diese Überlegungen fanden im Gemeinderat leider keine Mehrheit. Beschlossen wurde die Anmietung der Pension 21, nicht jedoch die Anmietung des Gebäudes in der Kirchheimer Straße 168.