SPD Wernau

Wernau ist gut aufgestellt – doch die Herausforderungen in der Kinderbetreuung verschieben sich

Veröffentlicht am 24.07.2026 in Gemeinderatsfraktion

Die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung zeigt: Wernau ist in der Kinderbetreuung insgesamt gut aufgestellt. Die Versorgung ist gesichert, und bis zum Schuleintritt ist eine stabile Auslastung der Einrichtungen gewährleistet. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die Herausforderungen in den kommenden Jahren verändern werden. Besonders sichtbar ist diese Entwicklung im U3-Bereich. Dort sinkt die Nachfrage deutlich; bereits jetzt sind zwei Krippengruppen nicht mehr belegt. Im Ü3-Bereich steigt dagegen der Bedarf, vor allem bei Ganztagsplätzen. Diese sind vollständig ausgelastet. Aktuell werden in Wernau 331 Kinder im U3-Bereich und 497 Kinder im Ü3-Bereich betreut. Bis 2030 wird mit einem Rückgang der Kinderzahlen gerechnet, insbesondere im Ü3-Bereich. Gleichzeitig nimmt der Förderbedarf zu – vor allem in den Bereichen Sprache, Inklusion sowie sozial-emotionale Entwicklung.
Erfreulich ist, dass alle 111 für das nächste Kindergartenjahr angemeldeten Ü3-Kinder ein Betreuungsangebot erhalten. Rund 70 Prozent bekommen dabei ihren Erstwunsch. Auch im U3-Bereich ist die Situation stabil: Alle 30 angemeldeten Kinder erhalten ihren Erstwunsch.

Die Personalsituation bleibt jedoch weiterhin kritisch. Der Fachkräftemangel stellt die Einrichtungen vor große Herausforderungen. Umso positiver bewerten wir das starke Ausbildungsengagement in den Einrichtungen, insbesondere durch PIA-Ausbildung, Direkteinstieg und FSJ. Diese Maßnahmen haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder eingefordert.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die geplante Begutachtung aller relevanten Gebäude durch einen Fachplaner. Damit wird die Grundlage für einen Sanierungsplan über drei bis fünf Jahre geschaffen. Auf dieser Basis kann endlich die von uns wiederholt geforderte Prioritätenliste für Investitionen erstellt werden. Wir begrüßen ausdrücklich, dass dieses Thema nun angegangen wird.
Auch Inklusion und Sprachförderung werden 2026/27 besondere Schwerpunkte bleiben. Wichtig ist dabei, dass Abläufe verbindlich festgeschrieben und in allen Einrichtungen einheitlich umgesetzt werden. Auch auf mögliche Veränderungen ist Wernau vorbereitet: Sollte das von der Landesregierung geplante verpflichtende und beitragsfreie letzte Kitajahr kommen, stehen ausreichend Kapazitäten zur Verfügung.
Die vorgelegten Handlungsempfehlungen greifen viele unserer bisherigen Forderungen auf, deshalb werden wir dem vorgelegten Bedarfsplan zustimmen.