
Die Wohnungsnot im Ballungsraum Stuttgart ist groß, preisgünstiger Wohnraum fehlt nahezu überall. Aber auch der Flächenverbrauch ist in ganz Deutschland, insbesondere aber auch in unserer Region, enorm hoch. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete muss man landwirtschaftliche Nutzflächen und Naturflächen im Blick behalten. Artenvielfalt einerseits, aber auch die Versiegelung der Böden mit allen Folgeschäden für den Wasserhaushalt andererseits, sollten uns hier zur Behutsamkeit mahnen.
Als Königsweg gilt oft die bauliche Nachverdichtung innerhalb der Stadtgebiete. Aber, auch so mancher Befürworter fragt sich, ob es sinnvoll ist, jedes Stückchen Wiese, das noch in der Stadt aufzufinden ist, zu verplanen, einzupflastern und zu bebauen. Wo sollen unsere Kinder noch unbekümmert spielen? Wo kann das Wasser noch schlicht und einfach nur versickern und muss nicht bei Starkregen in engen Kanalrohren abgeführt werden? Wo können lauschige Plätzchen samt ihrem Ensemble erhalten bleiben? Also man muss an der einen oder anderen Stelle Kompromisse eingehen, oder auch einmal auf eine Erschließung gänzlich verzichten. Wir befinden uns zu einem großen Teil in einer städteplanerischen Zwickmühle.
Petra Binz, Horst Nannt, Prof. Dr. Arnold Pracht

