SPD Wernau

Wernau soll beim Klimamobilitätsplan mitreden – mit Augenmaß und klaren Interessen

Unsere Fraktion unterstützt die Abgabe der Absichtserklärung zur Beteiligung am Klimamobilitätsplan des Landkreises Esslingen.

Warum Wernau sich beteiligen sollte
Klimaschutz und zukunftsfähige Mobilität sind zentrale Aufgaben, die auch Wernau betreffen. Deshalb ist es richtig, dass sich unsere Stadt frühzeitig in den Klimamobilitätsplan des Landkreises Esslingen einbringt. Wer nicht mitredet, läuft Gefahr, später nur noch auf fertige Vorgaben reagieren zu können.

Ziel des Klimamobilitätsplans
Der Kreistag Esslingen hat beschlossen, einen kreisweiten Klimamobilitätsplan zu erstellen. Dieses Instrument des Landes Baden-Württemberg soll Kommunen dabei unterstützen, Klimaziele im Verkehrsbereich mit konkreten Maßnahmen zu erreichen. Für uns ist entscheidend: Maßnahmen müssen ökologisch sinnvoll, finanziell realistisch und vor Ort umsetzbar sein.

 
Wernau ist gut aufgestellt – doch die Herausforderungen in der Kinderbetreuung verschieben sich

Die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung zeigt: Wernau ist in der Kinderbetreuung insgesamt gut aufgestellt. Die Versorgung ist gesichert, und bis zum Schuleintritt ist eine stabile Auslastung der Einrichtungen gewährleistet. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die Herausforderungen in den kommenden Jahren verändern werden. Besonders sichtbar ist diese Entwicklung im U3-Bereich. Dort sinkt die Nachfrage deutlich; bereits jetzt sind zwei Krippengruppen nicht mehr belegt. Im Ü3-Bereich steigt dagegen der Bedarf, vor allem bei Ganztagsplätzen. Diese sind vollständig ausgelastet. Aktuell werden in Wernau 331 Kinder im U3-Bereich und 497 Kinder im Ü3-Bereich betreut. Bis 2030 wird mit einem Rückgang der Kinderzahlen gerechnet, insbesondere im Ü3-Bereich. Gleichzeitig nimmt der Förderbedarf zu – vor allem in den Bereichen Sprache, Inklusion sowie sozial-emotionale Entwicklung.
Erfreulich ist, dass alle 111 für das nächste Kindergartenjahr angemeldeten Ü3-Kinder ein Betreuungsangebot erhalten. Rund 70 Prozent bekommen dabei ihren Erstwunsch. Auch im U3-Bereich ist die Situation stabil: Alle 30 angemeldeten Kinder erhalten ihren Erstwunsch.

 
Wenn alle plötzlich von Kommunalpolitik reden, sollten wir mitreden!

Was für uns längst Alltag ist, steht plötzlich wieder im Mittelpunkt: die Finanzierung der kommunalen Haushalte. Konkret erleben wir in jeder Gemeinderatssitzung, was das bedeutet:
·        kaum Investitionen, nur das Nötigste zum Erhalt der Infrastruktur,
·        weniger Zuschüsse für Vereine,
·        Streit um höhere Elternbeiträge usw.
Das Argument Ausgabendisziplin begleitet uns seit Jahren. Deshalb brauchen wir dringend eine Neuordnung der kommunalen Haushaltsfinanzierung.

 
Kunstrasenförderung: Gleichbehandlung trifft auf leere Kassen

Im vergangenen Jahr stellte der TSV Wernau einen Antrag auf Förderung eines Kunstrasenplatzes auf dem Kehlenberg in Höhe von rund 60.000 Euro. Die SPD-Fraktion sprach sich gegen diesen Antrag aus, fand damit jedoch keine Mehrheit. Dafür wurde uns vorgeworfen, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend zu berücksichtigen. Genau diese Bedürfnisse der Kinder spielten bereits bei den Überlegungen zum Sportentwicklungsplan eine wichtige Rolle. Auftraggeber war die Sportjugend von heute. Aus der anfänglichen Euphorie und konstruktiven Entwicklung neuer Ideen wurde sehr zu unserem Bedauern ein Hauen und Stechen. Die geplanten Synergien zur Verbesserung der Trainingsbedingungen und Entlastung der kommunalen Kasse sind gescheitert. Unüberbrückbare Differenzen.

 
Kinderbetreuung in Wernau

Ausgangslage: Finanzierung der frühkindlichen Bildung
Die Finanzierung der frühkindlichen Bildung verteilt sich auf mehrere Kostenträger. Sie setzt sich unter anderem aus Mitteln des Bundes, des Landes, der Kommunen, der Kirchen beziehungsweise anderer freier Träger sowie aus Elternbeiträgen zusammen.
Zur Einordnung: Die kirchlichen Träger in Wernau beteiligen sich derzeit mit 5 % an den Betriebskosten und mit 10 % an Investitionen ihrer Kita.
Das von den Verbänden in Baden-Württemberg angestrebte Ziel bleibt ein Kostendeckungsgrad von 20 % durch Elternbeiträge. 
Ein Ziel, das man diskutieren kann und das kritisch geprüft werden sollte.
 
Die von den vier Kirchen in Baden-Württemberg, den kirchlichen Fachverbänden und den Kommunalen Landesverbänden empfohlenen Beiträge für die Regelbetreuung sind für Kommunen als Träger von Kitas nicht bindend. Jede Kommune kann eigene Elternbeiträge festlegen, auch einkommensabhängig gestaffelt. Für die Ganztagesbetreuung gibt es ohnehin keine landesweite Empfehlung zur Höhe der Elternbeiträge.

 
Neue Verwaltungsgebühren ab 1. Juli 2026

Die Stadt Wernau passt ihre Verwaltungsgebühren an. Anlass dafür sind geänderte gesetzliche Vorgaben, neue Abläufe in der Verwaltung und gestiegene Kosten. Ziel ist es, die Gebühren klarer, nachvollziehbarer und fairer zu gestalten.

Warum werden die Gebühren geändert?
Die bisherige Satzung stammt aus dem Jahr 2007. Seitdem hat sich vieles verändert. Deshalb wurden die Gebühren jetzt vollständig überprüft und neu berechnet. Künftig sollen sie sich stärker daran orientieren, wie viel Aufwand eine Leistung tatsächlich verursacht.

 
Mehr Hitzeschutz im Stadtgebiet

Die heißen Tage der vergangenen Woche machen deutlich: Hitzeschutz ist auch in Wernau ein wichtiges Thema. Hohe Temperaturen belasten viele Menschen im Alltag und können erhebliche gesundheitliche Folgen haben.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Kleinkinder sowie Personen, die nur eingeschränkt Zugang zu Schutzmöglichkeiten vor Hitze haben.


Die SPD Wernau begrüßt deshalb ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung am Stadtplatz und vor dem Quadrium bereits im letzten Jahr Trinkbrunnen installiert hat. Diese Maßnahmen sind sinnvoll, können aus unserer Sicht jedoch nur ein erster Schritt sein. Wir regen an weitere Standorte für Trinkwasserbrunnen zu prüfen, wie etwa an stark frequentierten Bushaltestellen.

 

 
Was bedeutet es, Fair Trade-Stadt zu sein

Eine Fairtrade-Stadt zu sein bedeutet, dass die Förderung des Fairtrade-Gedankens nicht nur von einzelnen Personen unterstützt wird. Gefordert wird, dass sich Gemeinderat, Verwaltung, lokale Geschäfte, Cafés und Restaurants, lokale Unternehmen, Schulen, öffentliche Einrichtungen, Kirchen und Freiwilligenorganisationen zu Fairtrade bekennen und sich verpflichten, entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Der Titel wird für zwei Jahre vergeben, danach steigen die Anforderungen, um die kontinuierliche Entwicklung und das Engagement zu sichern. 

Fairtrade in Wernau
Die Stadt Wernau (Neckar) wurde am 25. Mai 2019 als 603. Fairtrade-Stadt in Deutschland ausgezeichnet und zuletzt 2025 rezertifiziert. Diese Anerkennung ist dem gemeinsamen Engagement, vor allem der 2012 gegründeten Lenkungsgruppe Fair Trade, zu verdanken. 
Ihr Ziel ist es, das Thema Fair Trade in der Wernauer Gesellschaft zu verankern und bekannter zu machen. Mit kreativen Ideen und fortschreitender Vernetzung sollen Bürgerinnen und Bürger vom Fairen Handel überzeugt werden. Die Lenkungsgruppe organisiert Veranstaltungen wie das faire und regionale Frühstück, Ausstellungen und koordiniert die Aktivitäten vor Ort. Auch Schulen beteiligen sich mit Aktionen, wie die Realschule zum Valentins- oder Nikolaustag. An den Grundschulen erhalten Erstklässler in Zusammenarbeit mit dem  AWB und der Lenkungsgruppe Fairer Handel in Wernau faire Vesperboxen. Derzeit sind neun aktive Mitglieder in der Lenkungsgruppe tätig.

 
Stadtbücherei – Überholt oder unverzichtbarer Bildungspartner?

Für uns gibt es hier keine Zweifel: Die Stadtbücherei ist aktueller denn je. Im Laufe der Zeit hat sie sich von einer reinen „Bücheraufbewahrungsstätte“ zu einem vielseitigen sozialen Treffpunkt und Lernzentrum entwickelt. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Frau Behr für ihr unermüdliches Engagement. 

Auch wenn nach wie vor das Ausleihen von Büchern den größten Anteil an der Nutzung ausmacht, bietet die Stadtbücherei mittlerweile ein breites Spektrum an Angeboten und Veranstaltungen. Allein im Jahr 2025 wurden über 100 Veranstaltungen organisiert und durchgeführt. Von Medienflohmärkten über die „Spur 1 Modellbau Aktionstage“ mit beeindruckenden 400 Besucher*innen bis hin zu Kindertheateraufführungen ist für jede Zielgruppe etwas dabei. 

Darüber hinaus vermittelt die Stadtbücherei heute essenzielle Medienkompetenzen und erweitert ihren Service um E-Books, Streaming-Dienste und Onleihe-Angebote. Sie bleibt ein Ort der Begegnung, der Bildung und der Kultur – offen für Menschen aller Altersgruppen. Gleichzeitig bietet sie eine ruhige Umgebung sowie die nötige Infrastruktur für konzentriertes Lernen, pflegt den Kontakt zu Schulen und Kitas und bringt Kindern schon frühzeitig Bücher und Lesen näher.